Im Kontext fortschreitender Digitalisierung nehmen Häufigkeit, Dynamik und Komplexität von Cyberangriffen auf Unternehmen, öffentliche Institutionen und kritische Infrastrukturen deutlich zu. Vorfälle wie Datenlecks, DDoS-Angriffe oder digitale Reputationskrisen entfalten rasch weitreichende operative, kommunikative und strategische Folgen und können Organisationen in existenzielle Ausnahmesituationen führen. Cyberkrisen erfordern daher ein professionelles Management, das technische, organisatorische und kommunikative Perspektiven integriert.
Die Kursbeschreibung beleuchtet Cyber-Krisenmanagement als interdisziplinäres Forschungs- und Anwendungsfeld, das auf theoretischen Modellen der Krisenkommunikation, der Organisations- und Entscheidungsforschung sowie der Stress- und Resilienzforschung aufbaut. Zentrale Konzepte wie Eskalationsdynamiken, Entscheidungsfindung unter Unsicherheit, interne und externe Kommunikation sowie Rollen- und Verantwortungsstrukturen werden systematisch eingeordnet und miteinander verknüpft.
Darauf aufbauend wird gezeigt, wie sich dieses Wissen in realitätsnahen Krisenszenarien anwenden lässt. Die Analyse und Reflexion simulierter Cyberkrisen macht sichtbar, welche Muster, Brüche und Wechselwirkungen in akuten Lagen auftreten und wie Organisationen ihre Reaktionsfähigkeit, Abstimmungsprozesse und strategische Steuerung weiterentwickeln können. Der Kurs vermittelt damit einen forschungsbasierten, praxisnahen Blick auf die professionelle Bewältigung digitaler Krisen entlang des gesamten Krisenverlaufs.
Nach dem Seminar können Sie:
- zentrale strukturelle, organisatorische und kommunikative Anforderungen eines professionellen Cyber-Krisenmanagements einordnen und mithilfe etablierter Modelle wie FORDEC fundiert anwenden.
- wirksame Krisenkommunikation unter Zeitdruck und Stress planen und umsetzen, um Transparenz, Vertrauen und Entscheidungsfähigkeit in kritischen Situationen zu sichern.
- Organisationen und Teams in realitätsnahen Cyberkrisen koordiniert steuern, Maßnahmen priorisieren, interne Abläufe anpassen und durch gemeinsame Reflexion die Handlungskompetenz nachhaltig stärken.