Forensische Echtheitsprüfung für Digitalfotos und -videos

Praxisnahes Training, um manipuliertes Bildmaterial und „Fakenews“ selbst zu erkennen

Deepfakes, KI-Bildsynthese, manipulierte Bilder, aus dem Kontext gerissene Aufnahmen: Digitale Medien lassen sich heute leichter fälschen als je zuvor. Unser praxisnahes Seminar zeigt Ihnen, wie Sie Manipulationen aufdecken. Sie lernen die zentralen Methoden der Bildforensik kennen: von der klassischen Signalforensik über Metadaten-Analyse bis zu modernen KI-gestützten Detektoren, der manuellen Suche nach KI-Artefakten und der OSINT-Recherche. In praktischen Übungen wenden Sie Forensik-Software direkt aus der aktuellen Forschung an.

Das Seminar ist besonders wertvoll für Organisationen, die die Echtheit digitaler Medien bewerten müssen – ob für Beweiskraft, Nachrichtenwert, Desinformationsabwehr, Identitätsnachweis, Content-Qualität oder Rechtskonformität. Nach dem Seminar verstehen und beherrschen Sie die wichtigsten Prüfverfahren, kennen die Grenzen der Bildforensik und wählen kommerzielle wie Open-Source-Werkzeuge gezielt und kritisch aus.

 

Nach dem Seminar können Sie:

  • Dateiformate und den "Lebenszyklus" von Bildmaterial verstehen.
  • Methoden zur Prüfung der Echtheit digitaler Bilder verstehen und anwenden.
  • Limitierungen der Bildforensik einschätzen.
ÜBERBLICK
Veranstaltungstyp
Offenes Format, Inhouse-Format, Präsenz-Seminar
Format
Präsenz
Abschluss
Teilnahmebescheinigung
Zugangsvoraussetzung
allg. IT-Kenntnisse
Termine, Anmeldefrist und Ort
  • 08.09.2026 - 11.09.2026 in Darmstadt (Anmeldung bis 24.08.2026)
  • 08.12.2026 - 11.12.2026 in Darmstadt (Anmeldung bis 24.11.2026)
Dauer/ Ablauf
23 Stunden an vier Tagen inkl. E-Learning (zzgl. Mittagspausen) vor Kursbeginn: E-Learning (30-45 Min. im Selbststudium) - Di.: 13:00–17:30 Uhr - Mi.: 09:30–17:30 Uhr - Do.: 09:30–17:30 Uhr - Fr.: 09:30–13:00 Uhr
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühr
2.250,00 Euro (USt. befreit gemäß §4 Nr. 22 Buchstabe a UStG)
Veranstaltungsort
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT, Rheinstraße 75, 64295 Darmstadt
ZIELGRUPPE - dieses Seminar ist genau richtig für:
  • Sicherheitsbehörden: Ermittler*innen, Forensiker*innen und Analyst*innen (Beweiskraft in Fallermittlungen, Lagebilderstellung zu Desinformation)
  • Pressewesen: Journalist*innen, Redakteur*innen und Faktenprüfer*innen (Überprüfung des Nachrichtenwerts, Erkennen von Fakenews)
  • IT-Sicherheitsbeauftragte in allen Branchen (Social Engineering, CEO-Fraud, Reputationsschäden)
  • forensische Sachverständige (aus anderen Teilgebieten der digitalen Forensik)
  • Finanz- und Versicherungswesen (gefälschte Identitäten, Betrugsbekämpfung, Schadenregulierung)
  • Social-Media-Plattformen (Erkennung KI-Content, Kennzeichnungspflichten)
  • technikaffine Interessierte mit Grundkenntnissen zu digitalen Medien aus allen Fachrichtungen
KURSINHALTE - diese Themen erarbeiten Sie im Seminar:
  • Motivation: Überblick Manipulationsmethoden
  • technische Grundbegriffe: digitale Pixeldaten in Bildern und Videos, Kompression, Speicherformate (hierzu auch begleitendes E-Learning, s.u.)
  • Bilderzeugung in „echten“ Digitalkameras
  • synthetische Bilderzeugung / -manipulation per KI-Werkzeuge (aktuelle KI-Architekturen und Tools hierzu)
  • Echtheitsprüfung per traditioneller Bildforensik (Sensor-Fingerprints, Error Level Analyse / Ghosting, Double Compression Detection etc.)
  • Prüfung per KI-basierter Bildforensik: aktuelle Methoden und KI-Architekturen (CNNs, ViT), multimodale / kombinierte Ansätze (u.a. Lipsync, Audio-Deefale-Analyse)
  • hierzu technische KI-Grundbegriffe: Classifiers, Features, Training / Inferenz, Accuracy, ROC etc.
  • Prüfung Metadaten in Bild- / Videodateien und Dateisystemen
  • intrinsische Prüfung sichtbarer Merkmale (Fluchtpunkte, KI-Artefakte etc.)
  • Prüfung sichtbarer Merkmale gegen Referenzdaten (OSINT, Rückwärtssuche etc.)
  • Übersicht aktive Verfahren (Watermarking, Metadaten-Signaturen / C2PA ec.)
  • Übersicht Software-Werkzeuge
  • Literaturtipps und Infoquellen in der anwendungsnahen Forschung
  • Beweiskraft und technische Limitierungen der Bild-/Videoforensik
  • Diskussion und Ausblick: Limitierungen der Bild-Forensik / Anti-Forensik, Trends bzgl. Angriffen, Akteuren und Detektion

Hierzu Demos und Übungsaufgaben am PC: Echtzeit-Deepfakes, Splicing-Erkennung, KI‑Synthese-Detektion, Metadatenuntersuchung, OSINT-Recherche

Hinweis: automatische Bildklassifikation (z.B. Objekterkennung, CSAM-Detektion) und forensische Bildverbesserung (Image Enhancement) werden nicht im Kurs behandelt.

Weitere INFORMATIONEN

Inklusivleistungen:

  • In den Tagen vor Kursbeginn können Sie per E-Learning die technischen Grundlagen zu Bild-/Videodaten im Selbststudium kennenlernen oder auffrischen, damit alle Teilnehmenden mit angeglichenem Wissensstand in den Kurs starten (ca. 30-45 Min. Web-Based-Training)
  • Sie haben die Gelegenheit nach Veranstaltungsende eine Woche lang die Übungsaufgaben weiterzubearbeiten und Nachfragen zum Kurs an unsere Trainer*innen zu stellen (Onlinebetreuung per Forum).
Ihre TRAINER*INNEN

Raphael Antonius Frick, Marco Frühwein, Lukas Graner, Dr. Huajian Liu, Dr. Sascha Zmudzinski

Die Referenten sind seit 4 bis 25 Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiter im Bereich Medienforensik und Mediensicherheit tätig. Sie führen hierzu Forschungsprojekte und Dienstleistungen zu IT-Forensik und Faktenprüfungen durch.

Referenzen:

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Kontakt

 

Ansprechpartner Fachliches

Dr. Sascha Zmudzinski

 

Fraunhofer SIT

Telefon: +49 6151 869-321

 

Ansprechpartner Organisatorisches

Adem Salgin

 

Fraunhofer Academy

Telefon: +49 89 1205-1555